Entwicklung des Fußball-Pokal-Wettbewerbs der Robotron-Vertriebs-Betriebe
Seit nunmehr 18 Jahren gibt es für nahezu 200 begeisterte Fußballfreunde -_Aktive und Funktionäre - alljährlich nur einen Höhepunkt: den Fußballpokalwettbewerb der Robotron-Vertriebs-Betriebe, im Zeitalter der Cup-Wettbewerbe kurz „Robotron-Cup“ genannt.
Dieser „Robotron-Cup“ ist wohl die traditionellste und bedeutendste Veranstaltung auf sportlichem Gebiet innerhalb des Kombinates Robotron.
Dabei begann auch dieses Ereignis wie alle großen Dinge ganz klein.
Am 25.1.1962 schrieben die Berliner Sportfreunde Hermann Müller und der leider viel zu früh verstorbene Rudi Eckert von der Zentralen Leitung des damaligen VEB Bürotechnik an die Außenstelle Rostock und schlugen einen Fußballvergleichskampf zwischen Berlin und Rostock Anfang Mai vor, um die sportlichen und kollegialen Verbindungen innerhalb des Betriebes zu vertiefen. Ob sie geahnt haben, was sie damit auslösten? Gewiss nicht. Und es war sicherlich auch der berühmte Zufall, der den Robotron-Cup aus der Wiege hob, das die Schreiber des Briefes in Rostock auf ein sportbegeistertes Kollektiv mit dem Sportfreund Erich Zacharias an der Spitze trafen. Die Rostocker griffen den Gedanken auf und schlugen ihrerseits vor, einen Pokalwettbewerb mit vier Mannschaften durchzuführen. Dieser Brief vom 26. 2. 62 war der Zündfunke für viele weitere Aktivitäten. Staatliche und gesellschaftliche Leitung des Betriebes gewährten umfassende Unterstützung und so geschah es, das sich vom 5.5.-7.5.62 die Mannschaften Rostock I und II, Berlin und Stralsund in Rostock zum ersten Turnier trafen. Sieger wurde ungeschlagen Rostock I vor Berlin und Stralsund. Alle Teilnehmer waren begeistert und einmütig der Meinung, das diese Veranstaltung im nächsten Jähr wiederholt werden sollte. Keiner dachte daran, das aus diesem Turnier der Robotron-Cup“ entstehen würde,- der in diesem Jahr zum 19. Male in Erfurt ausgetragen wird. Die Bedeutung, des „Robotron-Cups“ als gesellschaftlicher und sportlicher Höhepunkt im Betriebsgeschehen wuchs von Jahr zu Jahr. Er wurde sportlich immer attraktiver und anziehender. Erinnert sei nur an das Endspiel zwischen den Mannschaften Halle und Stralsund im Stralsunder „Stadion der Freundschaft“ im Jahre 1975, dem vom Vorwärts-Trainer Erhard Schmidt Bezirksliganiveau zugesprochen wurde. Der Cup bewirkte eine Zunahme der kontinuierlichen Sportarbeit in den Betrieben, denn nur Mannschaften mit Spielpraxis und Kondition konnten nach der begehrten Trophäe greifen. Die sportlichen Aktivitäten strahlten aus und waren Grundlage für die Bildung von Betriebssportgemeinschaften in Berlin, Stralsund und Rostock als Voraussetzung für eine weitere Gewinnung von Werktätigen für regelmäßige sportliche Betätigung.
Neben dem sportlichen stieg auch der gesellschaftliche Wert des Robotron-Cups, vor allem durch das zunehmende Engagement der staatlichen und gesellschaftlichen Leitungen der Betriebe. Die Betriebsdirektoren wurden Schirmherr der Veranstaltungen und jeder war bemüht, den Cup um eine Attraktion reicher zu machen. Als Beispiel dafür sei die Einführung des Fairness-Pokals im Jahre 1969 auf Anregung des Gen. Schädlich (Stralsund) angeführt.
An dieser Stelle soll auch die große materielle Unterstützung durch die Betriebe gewürdigt werden.
Nun noch einige Worte zur Mannschaft des Werkes Stralsund. Sie zählte immer zu den Mannschaften, die durch ihre Spielstärke und ihr vorbildliches Auftreten maßgeblichen Anteil an der Entwicklung des Robotron-Cups hatten.
Viele Spieler der ersten Stunde Horst Kania, Hans Rieder, Walter Tauchmann aus Stralsund, Heinz Bosse, Werner Weichert, Hans-Bunde Boysen aus Rostock seien stellvertretend für sie genannt — sind nicht mehr aktiv. Ihr Anteil an den Erfolgen der Mannschaft des Werkes Stralsund (siehe Statistik) soll nicht vergessen sein.
Pokal- Plazierung
Jahr Ort gewinner Stralsund
1962 | Rostock | Rostock I | 1. |
1963 | Rostock | Stralsund | 1. |
1964 | Güstrow | Berlin | 4. |
1965 | Berlin | Dresden | 2. |
1966 | Berlin | Dresden | 5. |
1967 | Berlin | Magdeburg | 4. |
1968 | Magdeburg | Stralsund | 1. |
1969 | Rostock | Leipzig | 3. |
1970 | Leipzig | Erfurt | 5. |
1971 | Dresden | Leipzig | 2. |
1972 | Erfurt | Halle | - |
1973 | Halle | Dresden | 2. |
1974 | Berlin | Stralsund | 1. |
1975 | Stralsund | Halle | 2. |
1976 | Magdeburg | Berlin | 5. |
1977 | Dresden | Stralsund | 1. |
1978 | Leipzig | Halle | 2. |
1979 | Potsdam | Berlin | 7. |
1968 in Magdeburg gewann die Mannschaft unseres Werkes den Ursprungspokal zum 3. Mal und brachte ihn damit endgültig in ihren Besitz.
Viele Spieler können auf eine große Anzahl von Einsätzen beim Robotron-Cup verweisen. Ihr Ehrgeiz war es immer wieder, sich durch gute Leistungen einen Platz in der Auswahlmannschaft, des Werkes Stralsund zu sichern. Auf die meisten Einsätze können verweisen:
Karl-Heinz Weber 16 Einsätze
Walter Tauchmann 14 Einsätze
Hans-Dieter Wähner 13 Einsätze
Abschließend sollen noch zwei langjährige Leistungsträger der Mannschaft genannt werden:
die Sportfreunde Hans-Dieter Wähner und Wolfgang Dettmann,
Durch ihr hohes sportliches Können und ihr vorbildliches Auftreten hatten sie maßgeblichen Anteil an den Erfolgen des Kollektivs.
In diesem Jahr wird der Robotron-Cup in Erfurt ausgetragen. Nach dem bescheidenen Abschneiden im letzten Jahr hat sich die Mannschaft des Werkes Stralsund, auch In Anbetracht des 30-jährigen Jubiläums unseres Betriebes, vorgenommen, ein wesentlich besseres Ergebnis zu erreichen.
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